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Bilder von Gegensätzen

Eva Luise Köhler ehrt Stephanie Sinclair für Aufnahme aus Afghanistan

Die amerikanische Fotografin Stephanie Sinclair ist Siegerin des internationalen Wettbewerbs „UNICEF-Foto des Jahres“. Ihre Aufnahme zeigt ein Brautpaar in Afghanistan, das gegensätzlicher kaum sein könnte. Der Bräutigam Mohammed wirkt mit 40 Jahren wie ein alter Mann, die Braut ist noch ein Kind. Ghulam ist gerade mal 11 Jahre alt. „Das UNICEF-Foto des Jahres 2007 macht uns auf ein weltweites Problem aufmerksam. Millionen Mädchen werden noch im Kindesalter verheiratet - ein selbstbestimmtes Leben bleibt den meisten dieser Kinderbräute für immer verwehrt“, sagte UNICEF-Schirmherrin Eva Luise Köhler bei der Preisverleihung in Berlin. Nach Angaben von UNICEF leben weltweit mehr als 60 Millionen junge Frauen, die verheiratet wurden, bevor sie volljährig wurden, die Hälfte davon in Südasien.

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Die Bilder der Preisträger

   

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1. Preis für Stephanie Sinclair

Kinderbräute

Er ist vierzig, sie ist elf. Und sie sind ein Paar - der Afghane Mohammed F.* und das Kind Ghulam H.*. „Wir brauchten das Geld“, sagen die Eltern von Ghulam. Faiz behauptet, er wolle sie zur Schule schicken. Doch die Frauen im Dorf Damarda in der Provinz Ghor wissen es besser: „Unsere Männer wollen keine gebildeten Frauen.“ Sie prophezeien, dass Ghulam nach der Verlobung (im Jahre 2006) in wenigen Wochen verheiratet sein wird, um Nachwuchs für Faiz zu bekommen.

Während ihres Aufenthaltes in Afghanistan fiel der amerikanischen Fotografin Stephanie Sinclair immer wieder auf, wie viele junge Mädchen mit wesentlich älteren Männern verheiratet waren. Sie beschloss, mit Bildern auf das Thema aufmerksam zu machen, zumal das offizielle Mindestalter für Bräute in Afghanistan sechzehn ist und Kinderhochzeiten daher illegal sind.

Nach Schätzungen von UNICEF heiratet rund die Hälfte der afghanischen Frauen, bevor sie 18 Jahre alt sind. Kinderheiraten gib es aber nicht nur in Afghanistan.

Nach Untersuchungen von UNICEF wurden weltweit mehr als 60 Millionen Frauen, die heute zwischen 20 und 24 Jahren alt sind, verheiratet bevor sie volljährig wurden. Besonders häufig sind Kinderheiraten in afrikanischen Staaten südlich der Sahara und in Südasien. Im Niger wurden 77 Prozent der Frauen bereits als Minderjährige verheiratet. In Südasien leben rund 21,3 Millionen Frauen, die als Kind oder als Jugendliche verheiratet wurden.

Im indischen Bundesstaat Rajasthan sind 15 Prozent aller Ehefrauen bei ihrer Hochzeit sogar nicht einmal 10 Jahre alt. Kinderheiraten sind eine Reaktion auf extreme Armut, sie finden vor allem in Regionen Asiens und Afrikas statt, in denen notleidende Familien in Töchtern eine Last und Menschen zweiter Klasse sehen. Schon in jungen Jahren werden Mädchen in die „Obhut“ eines Ehemanns gegeben, eine Tradition, die in den meisten Fällen zur Ausbeutung führt. Viele Mädchen werden Opfer häuslicher Gewalt. So gaben bei einer Studie in Ägypten rund ein Drittel der befragten Kinderbräute an, von ihren Ehemännern geschlagen zu werden. Die kindlichen Bräute stehen unter Druck, möglichst bald ihre Fruchtbarkeit unter Beweis zu stellen. Dabei ist die Risiko für ein Mädchen zwischen zehn und 14 Jahren, eine Schwangerschaft nicht zu überleben, fünf mal größer als für eine erwachsene Frau. Jährlich sterben rund 150 000 schwangere Teenagerinnen an Komplikationen - vor allem, weil es keine medizinische Versorgung gibt, geschweige denn Aufklärung.

Sinclair fuhr für ihr Projekt auch nach Nepal und Äthiopien. Sie möchte das Thema Kinderheirat in weiteren Regionen recherchieren und ein Buch dazu herausbringen.

Foto: Stephanie Sinclair, USA, Freie Fotografin

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2. Preis für G M B Akash

Kinderarbeit in Bangladesch

Nach Schätzung von UNICEF arbeiten in Bangladesch 4,7 Millionen Kinder im Alter zwischen fünf und 14 Jahren, - trotz der Anstrengungen in den 1990er Jahren, die Kinderarbeit aus der Textilindustrie zu verbannen. Viele Kinder werden in Lackierereien, Werkstätten und Gerbereien zu riskanten Arbeiten mit gefährlichen Chemikalien gezwungen. Ein Kinderarbeiter bekommt am Tag 60 Taka (weniger als 1 Dollar), etwa ein Drittel des Lohns eines Erwachsenen. Die Fabrikbesitzer ziehen Kinderarbeiter vor, weil so die Gewerkschaften außen vor bleiben. Ein derartig früher Beginn des Arbeitslebens nimmt den Kindern die Chance auf Ausbildung und damit auf einen Ausweg aus schlecht bezahlten Jobs.

Der Fotograf G.M.B. Akash ist in Bangladesch aufgewachsen und arbeitet seit 2002 als professioneller Fotograf. Er beobachtet in erster Linie die Menschen in den Randgesellschaften seines Landes. Mit seinen fotografischen Mitteln versucht er, deren Daseinsberechtigung zu dokumentieren - in der Hoffnung, dass seine Bilder den Menschen Würde verleihen und Aufmerksamkeit auf ihre schwierige Lebenssituation zu machen.

Foto: G M B Akash, Bangladesch, Freier Fotograf, Panos Pictures


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3. Preis für Hartmut Schwarzbach

Smokey Mountain – Kinder einer Köhlersiedlung in Manila

Annalyn S.* wurde von dem deutschen Fotografen Hartmut Schwarzbach an ihrem neunten Geburtstag fotografiert. Fröhlich hüpft sie auf einem roten Sofa, das sie auf dem Müllberg in der Nähe von Manila/Philippinen gefunden hat. Annalyn wohnt seit drei Jahren mit ihrer Familie am Rande der riesigen Müllkippe „Aroma Smokey Mountain“ in Manila. Ihre Familie lebt dort in einer Köhlersiedlung.

Wie die meisten anderen Kinder in dieser Siedlung muss Annalyn täglich in den Müllbergen nach Holz für den Ofen suchen und in beißendem Rauch und unerträglicher Hitze die Holzkohleproduktion überwachen. Tausende Liter Wasser muss sie gemeinsam mit Geschwistern und Eltern heranschaffen, um das Feuer zu löschen und die fertige Holzkohle einzusammeln. Von der Ausbeute muss die Familie der öffentlichen Mafia einen Gutteil abgeben.

Wie die meisten Kinder hier ist Annalyn unterernährt und daher viel zu dünn und klein für ihr Alter. Sie sieht aus wie ein fünfjähriges Mädchen. Viele der Kinder können weder lesen noch schreiben und bekommen keine Schulbildung. Annalyn möchte gerne Lehrerin werden.

Foto: Hartmut Schwarzbach, Deutschland, Argus

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Ehrenvolle Erwähnungen

Ausgezeichnet mit ehrenvollen Erwähnungen 2007 sind die Fotografen:
  • Jonathan Torgovnik, Israel, Newsweek Magazine
  • Hatem Moussa, Palestina, Associated Press (AP)
  • Wolfram Hahn, Deutschland, Student FH Potsdam
  • Renée C. Byer, USA, The Sacramento Bee
  • Nir Elias, Israel, Reuters
  • Finbarr O`Reilly, UK & Kanada, Reuters
  • Musa Sadulajew, Tschetschenien, Associated Press (AP)
  • Steven Achiam, Dänemark, Student, Danish School of Journalism

Beschreibungen zu den Projekten finden Sie unter "mehr Bilder".

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